Behörden geben Beschränkung zum Wandern heraus

Neues Gesetz zu Risikosportarten soll Unfälle verhindern.

Das umstrittene Gesetz über „über das Bergführerwesen und Anbieten weiterer Risikoaktivitäten“ wurde 2010 im Parlament beschlossen. Der Grund für die Verabschiedung dieses Gesetzes war ein Canyoing-Unfall, der 1999 im Berner Oberland 21 Opfer forderte. Eine Verordnung, die regelt, wer unter welchen Bedingungen als Bergführer oder Kletterführer arbeiten darf, soll künftig weitere Unfälle vermeiden. Die Verordnung und das Gesetz treten 2013 in Kraft.

bergsteiger

Für wen gilt die neue Verordnung?

Die Verordnung gilt für alle Anbieter, die bei Risikosportarten führen oder begleiten. Hier wird geregelt, wer in welchen Gebieten und unter welchen Bedingungen eine Bewilligung erhält, um Klettertouren oder ähnliche Aktivitäten durchzuführen. Zu den betroffenen Berufen zählen zum Beispiel, der des Bergführers, des Wanderleiters oder des Schneesportlehrers. Diese Berufe konnten bisher von jedem ohne besondere Prüfung durchgeführt werden. Das neue Gesetz besagt unter anderem, dass Personen, die Aktivitäten wie Klettern oder Wildwasserrafting gewerbsmässig anbieten, zertifiziert sein müssen. Darüber hinaus wird das Abschliessen einer Haftpflichtversicherung für Organisatoren von Outdooraktivitäten zur Pflicht.  Diese Versicherung soll eine Mindesthöhe von fünf Millionen Franken abdecken.

Das neue Gesetz ruft Unmut hervor

Bei vielen Anbietern von Outdoor-Aktivitäten ruft das neue Gesetz Unmut hervor. Der WWF kritisiert die Verordnung, da sie Ausflüge und Veranstaltungen für Jugendliche torpediere. Zudem würden Gebiete als „Risikogebiete“ deklariert, in denen nur minimal die Gefahr von Steinschlag bestünde. Auch die Gefahr eines Absturzes sei in diesen Gebieten gering. Der WWF plädiert dafür, Aktivitäten wie Wandern, die keinerlei technische Hilfsmittel benötigten, aus der Verordnung herauszunehmen. Der Schweizer Alpen-Club ist ebenfalls dieser Meinung.

Da viele Verbände wie die Swiss Outdoor Association (SOA) schon den Richtlinien der Stiftung „Safety in Adventure“ entsprechen, lehnen sie die Verordnung ab. In der Kritik des Schweizer Bergführerverbandes steht, dass diese Verordnung zu grosse Interpretationsspielräume beim Beruf des Bergführers erlaube. Dadurch werde der Beruf des Bergführers abgewertet und die Sicherheit der Wandernden gefährdet.

Ebenfalls kritisch sieht man, dass ausländische Bergführer keine Bewilligung benötigen, wenn sie weniger als 90 Tage auf Schweizer Boden arbeiteten. Hier würden Schweizer Anbieter benachteiligt werden. Auch Skilehrer, die ohnehin in sicheren Gebieten arbeiteten, werden durch diese Verordnung ins Hintertreffen geraten.
Es scheint, dass einige Punkte der Verordnung nochmals angepasst werden müssten.

Foto: Jens Schmitz  / pixelio.de