Steile Wände in der Schweiz

Der Semi-Profi im Klettern, Matthias Trottmann, ein Züricher, hat eine neue Kletterroute am Titlis entdeckt, die mit dem Schwierigkeitsgrad 8b+ ausgestattet ist und von ihm Hattori Hanzo genannt wurde. Diese ist bis jetzt nur von ihm bestiegen worden, doch den Rotpunkt hat er noch nicht abgeschlossen, dies will er irgendwann nachholen. Solange darf die Hattori Hanzo von niemand durch den Rotpunkt, dem sturzfreien Vorstieg in einem Tag, erklettert werden, denn das Privileg dafür liegt beim Erschliesser der Route.

Berg

Die schwierigste Route der Schweiz

Hattori Hanzo steht schon im offiziellen Kletterführer, doch darf sie noch keiner besteigen. Matthias Trottmann dagegen kann sich den Rotpunkt solange aufsparen wie er möchte. Der Kletterprofi könnte nur durchs Klettern eine Menge Geld verdienen, doch ist ihm das Sponsoring zu teuer und zu viel Aufwand. Er arbeitet als Techniker bei der EMPA im Pensum von 70 Prozent, forscht nebenbei noch im Bereich der erneuerbaren Energien und nimmt sich 15 bis 20 Stunden Zeit in der Woche für seine Kletterei. Das Projekt mit der Rotpunktbegehung ist für seinen Sommer geplant, denn zurzeit schmelzen die letzten Schneemassen und lassen somit die Routen besser begehbar. Die Aplinrouten in der Schweiz sind nicht zu vergleichen mit 9er Strecken in Deutschland und Frankreich, doch sind diese auch fordernd und Trottmann möchte mehr von ihnen erschliessen.

Ein Herz für die Natur

Dabei gibt es fast keine freien Routen mehr in der Schweiz, ohne dass das komplette Landschaftsbild mit Kletterhaken versehen ist. Trottmann ist sich dessen bewusst und achtet nun spezifisch auf die Routen, die er erschliessen möchte. Der Stein in der Schweiz sei nun mal nicht so gut zum Klettern wie in Deutschland, doch muss ein Kletterer nur die richtigen Felsen finden um neue Wege zu finden. Jede Tour hinterlässt Spuren und die, die mit Bohrhaken gespickt sind, sind für ihn nicht interessant. Ihn packt nur etwas Neues, sowie bei seiner Besteigung der Piz dal Nas, einer 8b-Route, ebenfalls im selben Gebiet. Für die Rotpunktbegehung der Piz dal Nas verbrachte er mehr als drei Jahre bei der ausboulderung der Felswand und 15 Tage in der Wand um alle Stellen zu kennen. Kletterer eben.

Bildquelle: berggeist007  / pixelio.de