TUI schreibt trotz boomendem Reisegeschäft rote Zahlen

Der TUI-Konzern steht weiter unter finanziellem Druck. Trotz Rekordgewinnen in der Reise-Sparte schreibt TUI in diesem Jahr rote Zahlen. Schuld daran ist TUIs Container-Reederei Hapag-Lloyd.

TUI Reisen

Lukratives Reisegeschäft

Dennoch konnte der scheidende Konzernchef Michael Frenzel bei der Verkündung seiner letzten Jahresbilanz auch positive Nachrichten vermelden. Das Reisegeschäft lief im abgeschlossenen Geschäftsjahr blendend. Lukrative Luxusreisen, ein starker Last-Minute-Verkauf und eine hohe Auslastung der eigenen Hotels bescherten TUI in der Reisesparte eine Verdienststeigerung von knapp 25% im Vergleich zum Vorjahr. „Die gute Nachricht ist, dass die Menschen nicht beim Urlaub und beim Reisen zuerst den Rotstift ansetzen. Auch der Start ins Geschäftsjahr 2012/13 ist TUI offenbar geglückt: „Wir haben einen sehr guten Start nach vorne gehabt. Die Touristik ist im Vergleich zu anderen Branchen von gesamtwirtschaftlichen Krisen weniger betroffen“, kommentierte Konzernchef Frenzel das Umsatzwachstum in der Reisesparte. Entsprechend wird TUI auch im kommenden Jahr weiter in das Reisegeschäft investieren. Vor allem die boomende Kreuzfahrtbranche, die im Geschäftsjahr 2011/12 mit einem Plus von 15% am meisten zulegte, birgt grosses Potential. Entsprechend wird das Angebot im neuen Jahr erweitert. Ab Mai 2013 sticht der neue Luxuskreuzer „Europa 2“ in See. Eine Dividendenausschüttung wird es trotz der erfreulichen Nachrichten aus dem operativen Geschäft auch in diesem Jahr nicht geben. Die Stärkung des zuletzt ansteigenden Aktienkurses habe laut Frenzel Priorität.

TUI weltweit präsent

Auch aus der Personalabteilung des TUI-Konzerns gibt es positive Nachrichten. Mit weltweit rund 73.800 Mitarbeitern ist der Personalstand stabil. Mit 200 zum Konzern gehörenden Marken, der weltweiten Präsenz in 180 Ländern und rund 30 Millionen Reisegästen im abgelaufenen Geschäftsjahr gehört TUI weiterhin zu den weltweit grössten Reisekonzernen.

Reederei-Geschäft verhagelt TUI die Bilanz

Dass unter dem Strich dennoch rote Zahlen stehen, hat TUI der Container-Reederei Hapag Lloyd zu verdanken, an der der Konzern mit 22% beteiligt ist. Die Container-Reederei leidet seit Jahren unter starkem Wettbewerb und weltweiten Überkapazitäten in der Branche. Verständlich, dass TUI trotz der geplanten Fusion zwischen Hapag-Lloyd und Hamburg-Süd, von dem sich Frenzel Steigerung des „Wertpotentials“ der TUI-Beteiligung verspricht, weiter an seinen Ausstiegsplänen aus der Reedereibranche festhalten will.

Bildquelle: Zeit.de